Regretting Bloggerhood – Zweifel zwischen Selbstdarstellung und Privatsphäre

Kürzlich schrieb Noch ne Muddi darüber, dass sie das Bloggen manchmal fast bereut und rief zur Blogparade mit dem Thema „Regretting Bloggerhood“ auf.

Mein Blog ist nun fast ein Jahr alt – ein guter Zeitpunkt, um ein Resümee zu ziehen.

Bereue ich es, mit dem Bloggen angefangen zu haben? Definitiv nicht.

Ich liebe das Bloggen und es ist aus meinem Alltag gar nicht mehr wegzudenken.

Klar, bloggen ist zeitaufwendig. Fotos machen, Fotos bearbeiten, recherchieren, Beiträge schreiben – das alles kostet Zeit und oftmals nicht wenig.

Manchmal ist der Mann genervt, wenn er mal wieder mit dem Essen warten muss bis ich ein Foto gemacht habe. Oder die Prinzessin schnappt sich ihr Spielzeughandy, stellt sich auf einen Stuhl und erklärt, sie müsse noch schnell ein Foto vom Frühstückstisch machen – und führt mir so vor Augen, dass ich mich manchmal ein wenig komisch verhalte.

Manchmal habe ich keine Lust zu bloggen und würde lieber etwas anderes machen. Denn obwohl der Blog „nur“ mein Hobby ist, nehme ich dieses Hobby ziemlich ernst und versuche, sehr regelmäßig Beiträge zu veröffentlichen. Die meisten Beiträge kann ich schreiben, wenn ich gerade Zeit und Lust dazu habe, aber manches ist eben doch zeitpunktgebunden – das Wochenende in Bildern zum Beispiel.
Dazu muss ich mich sonntags abends an den Laptop setzen, auch wenn mir manchmal nicht so sehr danach ist und ich mich lieber mit dem Mann vor den Fernseher setzen würde, sobald die Kinder schlafen.

Was den Aufwand und Spaß am Bloggen angeht bereue ich es also nicht.

Aber zum Bloggen gehört ja noch mehr. Stichwort: Datenschutz. Öffentlichkeit. Die gläserne Mutter.

Mir ist sehr bewusst, dass ich in meinem Blog sehr viel über meine Familie und mich preisgebe. Jeder kann nachlesen, was wir am Wochenende gemacht haben, wie es mir gesundheitlich geht und wie die Geburt meiner kleinen Tochter abgelaufen ist.
Ich zeige Bilder von mir und meinen Kindern (und das nicht nur von hinten!).

Allerdings sind die Informationen, die ich öffentlich mache, ausgewählt. Genauso wenig wie ich Bilder von meinen Kindern ins Netz stelle, die in irgendeiner Weise verfänglich sind – Badewannenbilder zum Beispiel, auf denen man das ganze Kind sehen kann – schreibe ich auch nicht öffentlich über irgendwelche Begebenheiten, die meinen Kindern später peinlich sein könnten (zumindest hoffe ich das).

Die Dinge, die im Blog zu lesen sind, sind grundsätzlich Dinge, die ruhig jeder wissen darf. Viele Leute in meinem privaten Umfeld wissen, dass ich blogge, auch wenn ich den Blog nicht unbedingt privat promote.
Natürlich zensiere ich mich in gewissen Weise genau aus diesem Grund – theoretisch könnte jeder, den ich kenne mitlesen und ich möchte nicht, dass jeder weiß, was in meinem Kopf so vor sich geht.

Früher habe ich anonym auf Livejournal gebloggt. Da war das anders – Tagebuchbloggen, ganz ohne Zensur. Wusste ja eh keiner, dass ich das bin.

Tatsächlich habe ich kurz überlegt, mit dem Bloggen aufzuhören, als ich mitbekommen habe, dass mein Vater mitliest, mit dem ich seit vielen Jahren keinen Kontakt habe.
Es hat mich gestört (und das tut es auch heute noch), dass er auf diesem Wege so viel über mein Leben erfährt, ohne sich die Mühe machen zu müssen, tatsächlich mit mir in Kontakt zu treten.

Aber letztendlich überwiegen für mich die postiven Aspekte. Der Austausch mit anderen Müttern/Vätern/Bloggern macht mir unheimlich viel Spaß, ich schreibe gern und mag es, meine wirren Gedanken mit euch zu teilen und oftmals gibt mir das Bloggen den Impuls vom Sofa aufzustehen und etwas schönes zu machen – einen Ausflug mit den Kindern, etwas backen – damit ich etwas habe, worüber ich schreiben kann.
Das kommt dann auch dem Rest der Familie zu Gute!

 

Wie ist das bei euch? Bereut ihr es manchmal, mit dem Bloggen angefangen zu haben? Was ist für euch positiv, was negativ am Bloggen?

5 thoughts on “Regretting Bloggerhood – Zweifel zwischen Selbstdarstellung und Privatsphäre”

  1. Nicht eine Minute habe ich es bisher bereut, mit dem Bloggen begonnen zu haben. Ich blogge, wenn es zeitlich passt, wenn ich die Muse dazu habe und auch die passenden Wörter im Kopf. Nur unter Druck setze ich mich nicht. Bei dem Abschnitt mit den Bildern musste ich etwas schmunzeln. Ja, meine Familie findet das auch manchmal nervig, aber seit nun mehr als 4 Jahren haben sie sich auch daran gewöhnt. Das mit deinem Dad kann ich gut nachvollziehen. Meine Mom fragte mich mal, warum ich nur Bilder meiner Tochter veröffentliche, aber keine von meinem Sohn – der Erstgeborene. Ganz einfach: sein leiblicher Vater hat bis heute absolut kein Interesse an seinem fabelhaften Kind gezeigt und für mich stellte sich auch immer die Frage: Warum soll ich es ihm einfach machen, an Bildmaterial zu kommen, wenn er doch auch einfach mal den normalen Weg des Umgangs mit seinem Kind wählen könnte? Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß am Bloggen. Viele Grüße, Sabrina

  2. „Dazu muss ich mich sonntags abends an den Laptop setzen, auch wenn mir manchmal nicht so sehr danach ist und ich mich lieber mit dem Mann vor den Fernseher setzen würde, sobald die Kinder schlafen.“

    Warum dieser Stress?

    Mir ging es früher mit „12 von 12“ so. Bis ich mal gegen 23 Uhr völlig übermüdet meinem Blog am Rumspinnen zusehen musste, die Fotos weg waren und ich völlig fertig war, weil ich mich an diesem Tag nicht mehr in der Liste eintragen konnte. Da habe ich eine Pause von dieser Aktion gemacht, weil ich mir diesen Stress nicht mehr antun wollte.

    Ich wünsche Dir vor allem Freude am Bloggen! ❤

    1. Es ist ja zum Glück nur manchmal Stress, meistens mache ich es gerne!
      Wenn der Stress überwiegen würde, würde ich wohl auch eine Pause machen.

      Im Großen und Ganzen habe ich sehr viel Freude am Bloggen 🙂

      Liebe Grüße, Biene

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