Die Kliniktasche – Was braucht man wirklich für die Geburt?

Als ich mit der großen Prinzessin schwanger war, habe ich die Kliniktasche schon sehr früh gepackt und sie war rappelvoll – man weiß ja nie!

Ich habe Checklisten im Internet gelesen und im Grunde so ziemlich alles eingepackt, was man eventuell vielleicht mal brauchen könnte.

Tatsächlich gebraucht habe ich dann fast nichts und die Sachen, die ich hätte gebrauchen können, hatte ich nicht dabei.

Beim zweiten Kind ist man dann natürlich schlauer – und in meinem Fall auch später dran. Stand die Tasche in der ersten Schwangerschaft schon Wochen vor dem Entbindungstermin in unserem Flur herum, habe ich die Tasche dieses Mal in der 39. Woche gepackt. Und da auch nur, weil ich wusste, dass ich am nächsten Tag ins Krankenhaus fahren würde zur Einleitung!

Kann man so machen, würde ich aber nicht empfehlen. Am besten ihr packt die Tasche schonmal ganz grob um die 36. Woche herum (oder auch früher). Zumindest alles, was man schonmal einpacken kann, ohne es zu vermissen – Hygieneartikel etc. kann man dann später immer noch dazu packen.

Tja, aber was packt man nun ein?

 

Für die Geburt selbst

… braucht man eigentlich nicht viel. Auf vielen Checklisten im Internet ist immer die Rede von einem „weiten T-Shirt für die Geburt“. Hatte ich beim ersten Mal auch mit. Aber nie an. Denn erstens ist es dir im Kreißsaal an einem gewissen Punkt völlig egal, was oder ob du etwas an hast. Und zweitens bekommt man häufig eh so ein Krankenhauskittelchen angezogen (vor allem, wenn eine PDA gelegt wird).

Diese Dinge fand ich im Kreißsaal hilfreich:

  • Snacks & Getränke: Vor allem wenn die Geburt länger dauert (was beim ersten Kind ja leider Gottes meistens der Fall ist) ist es sinnvoll etwas zur Stärkung zwischendurch dabeizuhaben. Im Krankenhaus gibt es zwar meist Wasser, aber ich fand es immer ganz angenehm zwischendurch etwas mit Geschmack zu trinken. Als Snacks eignen sich z.B. Müsliriegel, Obst oder auch etwas Süßes. Auch Bonbons sind super. Denkt auch an Snacks für eure Begleitung!
  • Lippenpflegestift: Durch das ganze Wehen-Veratmen sind meine Lippen immer ziemlich trocken geworden und ich fand es sehr angenehm hin und wieder meinen Labello zu benutzen.
  • Musik: In manchen Kreißsälen gibt es CD-Player. Ich empfehle euch, euch vor der Entbindung eine schöne Playlist auf euren iPod oder euer Handy zu machen mit Liedern, die euch entspannen, und Kopfhörer mitzunehmen.

 

Nach der Geburt

Wenn ihr nicht gerade ambulant entbindet, werdet ihr nach der Geburt noch ein paar Tage im Krankenhaus verbringen. Wenn es euch und dem Baby gut geht sind das im Normalfall etwa 3 Tage. Am dritten Lebenstag des Babys findet die U2 statt, die meist noch im Krankenhaus gemacht wird, danach geht es dann oft nach Hause.

Für die Zeit im Krankenhaus braucht ihr:

  • bequeme Kleidung: Denkt daran, dass euch nach der Entbindung eure normalen Klamotten vermutlich noch nicht wieder passen werden. Ich habe im Krankenhaus eigentlich nur Jogginghosen und T-Shirts getragen (im Krankenhaus ist es oft sehr warm). Ihr könnt natürlich auch Umstandskleidung tragen – hier passt oft das ganz gut, was ihr im 6. oder 7. Monat getragen habt. Wenn ihr stillen möchtet, sollte die Kleidung natürlich möglichst stillfreundlich sein – Still-BHs sind sinnvoll, am besten mindestens eine Größe größer als ihr in der Schwangerschaft getragen habt; wenn ihr keine Stilloberteile habt, tun es auch ganz normale tops, die man leicht hoch oder runterziehen kann.
  • Hausschuhe: Damit ihr nicht jedes mal, wenn ihr irgendwo im Krankenhaus hinwollt euer festes Schuhwerk anziehen müsst.
  • große, günstige Schlüpper: Ja, richtig gehört – Omi-Schlüpper! Die solltet ihr mitbringen, wenn ihr keine Lust habt, die schicken Netzhöschen aus dem Krankenhaus zu tragen. In normale Unterhosen passen diese riesigen Wochenbetts-Binden nämlich nicht so gut rein.
  • Pflegemittel, Handtücher, Waschlappen: Eben alles, was ihr so für die tägliche Körperpflege braucht. Hier würde ich euch nach Möglichkeit Duschgel, Deo, etc. ohne großartigen Eigengeruch empfehlen – das Baby findet es sicherlich schöner, wenn ihr nach euch riecht und nicht nach Parfüm.
  • Beschäftigungskram: Wenn ihr Pech habt, habt ihr ein Baby was dauernd eure volle Aufmerksamkeit benötigt – dann fällt dieser Punkt weg. Gehört ihr allerdings zu den glücklichen Menschen, die ein Baby haben, das viel schläft und auch ansosten ganz zufrieden erscheint, habt ihr zwischendurch Zeit, um euch mit etwas anderem zu beschäftigen. Wenn ihr gerne lest, nehmt ein Buch mit. Oder euren Laptop/ euer Tablet (die meisten Krankenhäuser haben WLAN). Nichts zu anspruchsvolles, denn in jedem Fall wird euch in erster Linie nach Schlafen sein – und das solltet ihr tun, so oft und so lange es geht!
  • Sachen fürs Baby:
    Solange ihr im Krankenhaus seid, bekommt ihr dort alles, was ihr fürs Baby braucht – von Kleidung über Windeln bis hin zu Milchnahrung (falls ihr nicht stillt).
    Mitnehmen fürs Baby müsst ihr definitiv Kleidung für den Abreisetag: Packt ein schönes Outfit ein, das könnt ihr dann später in eine Kiste für euer Kind tun -als Erinnerung an die ersten eigenen Kleider, die es anhatte!
    Ich hatte außerdem noch einen Schnuller dabei, eine Spieluhr, die ich mir schon in der Schwangerschaft hin und wieder mal auf den Bauch gelegt hatte und ein Kuscheltier, das wir extra fürs Baby neu gekauft hatten.
    Wenn ihr mit dem Auto nach Hause fahrt, braucht ihr natürlich auch noch eine Babyschale. Die kann dann aber auch der Papa oder jemand anderes später noch mitbringen.

Hab ich noch etwas vergessen? Was habt ihr bei oder nach der Geburt unbedingt gebraucht?

 

 

3 thoughts on “Die Kliniktasche – Was braucht man wirklich für die Geburt?”

  1. Am wichtigsten fand ich auch Snacks und Getränke. Etwas mit Strohhalm ist nicht verkehrt, das kann man zur Not auch im Liegen trinken, wenn die Kraft während der Geburt schwindet oder Liegen die bequemste Position ist. Und nach der Abend-Geburt hatte ich riesigen Heisshunger, musste aber bis zum Frühstück warten, da war ich sehr froh um alles, was noch in der Tasche steckte.

    Ausreichend Wechselzeug, v.a. T-Shirts, fand ich auch noch hilfreich, denn besonders wenn man in der Schwangerschaft viel Wassereinlagerungen hatte, kann man die ersten Tage schwitzen, als sässe man in der Sauna. Gerade nachts war ich da froh, wenn ich das durchgeschwitzte Shirt wechseln konnte.

    Ein eigenes Kissen bzw. Stillkissen kann den Komfort beim Schlafen und Stillen deutlich erhöhen.

    Nagellack-Entferner und eine Nagelfeile waren auch etwas, was ich nach der ersten Geburt vermisst habe. Darüber macht man sich im Vorfeld kaum Gedanken, aber meinem neugeborenen Baby mochte ich weder Chemie auf den Fingern noch lange scharfe Krallen zumuten…

    LG, Julia

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