{Rezension} Kindergesundheit

Lesen statt googlen: Kindergesundheit

Unser erster Kinderarzt hat uns damals einen guten Tipp mit auf den Weg gegeben, als wir (wie wohl die meisten Erst-Eltern) irgendwann einmal völlig aufgelöst in der Praxis standen, weil die Prinzessin einen komischen Ausschlag hatte und wir sicher waren, das sei bestimmt etwas ganz fürchterliches:

Fragt niemals Google. Nie.

Und ich finde den Tipp gut, wirklich! Auch wenn ich mich nie daran halte.
Es ist aber auch einfach zu verlockend. Typische Situation: Es ist Samstag abends, man will gerade mit einer Tafel Schokolade gemütlich Richtung Sofa gehen – als das Kind plötzlich etwas hat. Irgendein (oder gleich mehrere) Symptom(e), die man erstmal nicht einordnen kann.

Wäre es jetzt Dienstag Morgen würde man vielleicht beim Kinderarzt des Vertrauens anrufen, aber am Wochenende? Und den Notdienst möchte man ja auch nicht unbedingt bemühen, vor allem, wenn man sich nicht sicher ist, ob das überhaupt notwendig wäre.

Also googled man. Und ist danach entweder genauso schlau wie vorher oder man rennt panisch samt Kind zum Auto, weil irgendwer in einem Elternforum so was auch schon mal gesehen hat und da wars Lepra. Oder so.

Ich jedenfalls bin immer so hin und her gerissen, wenn meine Kinder irgendwas haben. Soll ich zum Arzt gehen oder nicht? Muss ich gleich los oder kann ich erstmal abwarten? Grundsätzlich ist meine Devise zwar lieber einmal zu viel als einmal zu wenig, aber man will ja auch nicht die bekloppte Mutter sein, die für jeden Pups zum Arzt rennt.

Und genau hier kommt nun das Buch ins Spiel, das ich euch heute vorstellen möchte: Kindergesundheit von Dr. med. Romanus Röhnelt.

Natürlich kann ein Buch genauso wenig wie Google einen Arztbesuch ersetzen – diesen Anspruch stellt der dicke Wälzer aus dem TRIAS-Verlag auch gar nicht. Gleich auf der ersten Seite geht es genau darum: Wann soll man zum Arzt gehen?
Hier wird erstmal erklärt, dass diese Entscheidung immer von einem persönlich getroffen werden muss; das Buch dient nur dazu, bei der Entscheidung zu unterstützen und Hinweise zu geben. Und das tut Kindergesundheit sehr schön, wie ich finde.
Auf über 500 Seiten werden alle denkbaren Erkrankungen, mit denen man im Elternleben möglicherweise mal konfrontiert wird, sehr anschaulich dargestellt und erklärt.

Unterteilt ist alles nochmal in die verschiedenen Alterstufen: Vom ersten Lebensjahr über die Kindergartenzeit bis hin zum Schulkindalter wird auf alle typischen Krankheiten der jeweiligen Lebensphase eingegangen. Sehr gut finde ich, dass zu den meisten Erkrankungen auch Abbildungen zu finden sind – ich finde, es hilft sehr, wenn man tatsächlich sieht, wie beispielsweise der Ausschlag bei einer bestimmten Infektion aussieht, statt ihn nur beschrieben zu bekommen.

Auf die einzelnen Krankheiten wird sehr detailliert eingegangen. Das Krankheitsbild und die jeweiligen Erreger werden erklärt, man erfährt, wie die Diagnostik abläuft und die Therapie wird erklärt.

Aber Dr. Röhnelt gibt mit diesem Nachschlagewerk jungen Eltern viel mehr als nur eine Auflistung aller möglichen Krankheiten an die Hand – er befasst sich auch mit Themen wie Ernährung, Entwicklung und Impfungen und erklärt, was bei den einzelnen U-Untersuchungen passiert.

Im hinteren Teil des Buches findet man des weiteren noch einige nützliche Infos und Tabellen, wie z.B. einen Pollenkalender und eine Schmerzskala. Neben dem alphabetischen Register, in dem man ganz einfach finden kann, was man gerade sucht, gibt es auf der allerletzten Seite nochmal eine Auflistung verschiedener Notfälle mit den entsprechenden Seitenangaben.

Ich finde das Buch wirklich sehr nützlich und ziehe es Dr. Google jederzeit vor! Erst heute wieder habe ich es zur Hand genommen, nachdem ich im Kindergarten darauf hingewiesen wurde, das ein Kind an der Hand-Mund-Fuß-Krankheit erkrankt ist – dank der Abbildungen und Erklärungen weiß ich jetzt immerhin worauf ich achten muss, damit ich frühzeitig erkenne, ob die Prinzessin sich angesteckt hat. Aber das wollen wir ja nun nicht hoffen…

Dr. Röhnelt hat übrigens selbst vier Kinder und führt seit 2001 eine eigene Praxis in Warendorf.

 


KINDERGESUNDHEIT – Wie sie Krankheiten erkennen – Was sie selbst tun können

von Dr. med. Romulus Röhnelt

TRIAS Verlag

520 Seiten

ISBN: 9783432101415

29,99€

 

(Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links.)

One thought on “Lesen statt googlen: Kindergesundheit”

  1. Ich sag mal so,was war denn „früher“ mit den Eltern,wo´s Google und Internet noch nicht gab ? 🙂
    Wir hatten zu Hause auch so ein paar schlaue Büchlein über Kinderkrankheiten. Ähnlich dem was du hier zeigst. Ebenso war meine Oma im Besitz einiger Kräuterbücher die altes Heilwissen hatten.
    Da wurde zur Info einmal nachgeschlagen und sich auf den Weg zum Kinderarzt gemacht. Könnte mich jetzt nicht erinnern jemals beim Notdienst gewesen zu sein. Macht man natürlich immer ungern. Egal ob als Erwachsener oder eben mit Kind. Der „eigene“ Arzt ist einem immer lieber sofern es sich vermeiden lässt.

    Hab selbst festgestellt das Google durchaus ein verdammt schlechter Berater ist und man sich da verrückt machen kann,wenn man nicht aufpasst.
    Aber man schaut halt trotzdem mal nach,wenn man unsicher ist ob sofort zum Arzt oder doch beobachten/abwarten können. Im Zweifel würd ich da inzwischen unverbindlich in der Praxis anrufen,den Fall schildern und fragen was zu tun. Dafür sind sie schließlich auch da. Dann ist man auf der sicheren Seite.

    Hand-Mund-Fußkrankheit ?! Jetzt musste ICH doch mal gerad Google fragen was das ist 😉 Hab ich ja noch nie gehört ! Drück die Daumen das die Maus sich da nicht angesteckt hat 🙂

    Wünsch dir und dir deinen Lieben schon mal ein schönes Wochenende 😉
    L.G

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